Zinnowitz

Zinnowitz ist eines der ältesten Seebäder der Insel Usedom. Seit 1851 ist Zinnowitz offiziell ein Ostseebad und Kurort. Der Badeort befindet sich zwischen Trassenheide und Zempin im nördlichen Teil der Insel mit dem Acherwasser auf der einen Seite und der Ostsee auf der anderen. Mit knapp 3.800 Einwohnern ist es inzwischen eines der größten Seebäder Usedoms.

Mit 1917 Sonnenstunden pro Jahr ist Zinnowitz der sonnenreichste Ort von Deutschland. Im Juli regnet es am häufigsten, so dass man seine Reisezeit anpassen kann. Erstmals im Jahre 1309 schriftlich erwähnt, weist das Dorf Zinnowitz, dass seither seinen Namen zweimal geändert hat (von Tzys zu Zitz und ab 1751 Zinnowitz), eine lange Geschichte auf. Um 1850 wurde mit dem Badebetrieb begonnen. Die Besucherzahlen des Ostseebades stiegen in den folgenden Jahrzehnten rasch an. Im zweiten Weltkrieg wurde hier der Bade- und Tourismusbetrieb lange eingestellt, da Zinnowitz innerhalb des Sperrgebietes der Heeresversuchsanstalt Peenemünde lag. In den DDR- Zeiten wurde ein neuer Hochpunkt des Badetourismus erreicht, und auch heute stellt dieser einen bedeutenden Teil der Zinnowitzer Wirtschaft dar.

Die Seebrücke wurde 1904 aus Holz errichtet, aber im Laufe der Zeit verfiel sie, da sie nicht gepflegt wurde. Zur 100-Jahr-Feier 1951 war sie jedoch wieder aufgebaut. In den 1990er Jahren bekam sie jedoch ein stabiles Fundament aus Beton und Stahl. Das historische Brückenhaus wurde jedoch nicht neu errichtet.

Am Ende der Seebrücke befindet sich eine kleine Anlegestelle für Schiffe. Von hier aus kann man einen Tag mit „Seebrücken-Hopping" verbringen. Die Schiffe fahren teilweise bis nach Rügen und Hiddensee oder in der anderen Richtung bis nach Polen.

Am Ende der 315 Meter langen Seebrücke befindet sich seit 2006 eine Tauchgondel, mit der man ca. 3,5 m in die Tiefe der Ostsee gelangt und sich unter Wasser über die Flora und Fauna der Ostsee informieren kann. Der Blick aus dem Fenster ist jedoch in den Sommermonaten recht trübe, da sich zu dieser Zeit die Algen stark vermehren. Die Tauchgondel ist absolut sicher und mit den Druckverhältnissen über Wasser ausgestattet. Es haben ca. 24 Menschen darin Platz plus 2 Besatzungsmitglieder. Zur Zeit ist der Betrieb der Tauchgondel jedoch bis auf Weiteres eingestellt (Stand Februar 2010).

1993 wurde die Strandpromenade neu eingeweiht hat seither regen Publikums- und Badeverkehr. Wie in den anderen Seebädern auch gibt es hier eine Strandkorbvermietung sowie einen Kiosk, der die Strandbesucher mit kleinen Snacks und Getränken versorgt.

Seit 1997 finden in Zinnowitz die Vineta-Festspiele statt. Die Freilichtbühne „Ostseebühne Zinnowitz" dient hierbei als Aufführungsstätte für zahlreiche Vorstellungen (an vier Tagen pro Woche) zwischen Ende Juni bis Ende August. Thematisch beziehen sich die Vorführungen auf die Sage um die versunkene Stadt Vineta. Eine Mischung aus Schauspiel, Tanzvorführung und Musiktheater umrahmt von aufwändigen Bühnenshows mit Laser und Pyrotechnik bietet den Zuschauern ein eindrucksvolles Spektakel. Die Freilichtbühne bietet Platz für 1200 Gäste und findet jährlich immer mehr Fans.

Das gelbe Theater in Zinnowitz, die „Blechbüchse", bietet seit 1997 das ganze Jahr über verschiedene Aufführungen vom Schauspiel bis zu Konzerten. Sehr beliebt sind die Neujahrskonzerte des Hauses. Das Repertoire bietet im Wechsel Theater, Musik und Literatur an und auch Gastspiele von Musikern und Schriftstellern.

Wer sich an regnerischen und kalten Tagen dennoch in Wärme einhüllen möchte, sollte sich die Bernsteintherme in Zinnowitz dafür aussuchen. Eine großzügig angelegte Bade- und Saunalandschaft bietet ein Thermalwasser- und Meerwasserbad, Sprudelbecken, sowie eine große Saunalandschaft mit verschiedenen Saunen (z.B. Hamam und Farblichtsauna) und Wellnessangebote wie diverse Massagen. Es gibt ein Innen- und ein Außenbecken mit einer Wassertemperatur von 32°C. Im Zentrum der Anlage befindet sich ein künstlicher Geysir, dessen Fontäne 10 m in die Höhe schießt. Weitere Informationen gibt es hier: http://www.bernsteintherme.de/

Wer sich für historische Hintergründe der Stadt interessiert, sollte sich das Heimatmuseum im Hotel „Preussenhof" nicht entgehen lassen. Gegründet und mühevoll zusammengestellt wurde es von den Mitgliedern der „Historischen Gesellschaft zu Seebad Zinnowitz auf Usedom e.V.". Viele Bürger Zinnowitz' haben Exponate für das Museum gespendet. Außerdem ist hier auch eine kleine Bernsteinausstellung zu sehen. Die Ausstellung wird ständig erweitert. Geöffnet ist das Museum an den Wochenenden immer nachmittags und auch nach außerhalb dieser Zeiten nach telefonischer Absprache.

Architektonisch Interessierte haben überall in Zinnowitz, vorwiegend aber in Nähe der Strandpromenade, die Gelegenheit, sich mit der Bäderarchitektur zu beschäftigen. Dieser Baustil ist fast ausschließlich in den Kurbädern der Nord- und Ostsee zu finden. Er entwickelte sich Ende des 19. Jahrhunderts. Die Gebäude sind meist zwei- bis viergeschossig, mit großen Balkonen und Veranden, Säulen und Halbsäulen, Dreiecksgiebeln und manchmal auch kleinen Türmchen. Der Stil erinnert an den Klassizismus, allerdings oftmals verziert mit Ornamenten und Elementen aus dem Jugendstil. Die meisten Gebäude haben einen weißen Anstrich oder zumindest sehr helle, pastellige Farben in hellblau, hellgelb, hellgrün oder sogar zartrosa. Selten findet man jedoch auch kräftige Farben. Der Baustoff dieser Bäder-Häuser ist in der Regel Holz mit einem Steinkern.