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Zempin
Das Seebad Zempin liegt an der schmalsten Stelle der Insel Usedom zwischen Zinnowitz und Lütten. Bodenfunden nach zu schließen war der Ort schon in der Jungsteinzeit besiedelt. Seinen Namen „Sempin" erhielt das Dorf im Jahre 1571 im Zusammenhang mit der herzöglichen Wasserordnung. Zu Regierungszeiten des preußischen Königs Friedrich Wilhelm I. soll es bei Zempin eine Kolonie von Strafgefangenen gegeben haben.
Das Badewesen begann 1895 mit dem Bau des Strandhotels. Das ehemalige Bauern- und Fischerdorf passte sich den zunehmenden Touristenzahlen an, indem immer mehr Ferienheime und Hotels gebaut wurden. Zu DDR-Zeiten wurde der Ort jährlich von vielen tausend Urlaubern besucht und lebt seither hauptsächlich vom Tourismus.
Charakteristisch für den Ort Zempin sind die ca. 40 schilfgedeckten Häuser im Südteil und die hinter den Dünen gelegenen Reste der Salzhütten, die zu Zeiten des Fischereihochbetriebes im 19. Jahrhundert erbaut wurden. Besonders für Urlauber, die sich naturnah erholen wollen, ist dieser Ort sehr geeignet. Ein Naturlehrpfad führt ca. 9 km um Zempin herum, der zu Fuß bewandert werden kann. Entlang dieses Pfades befinden sich viele Tafeln, die Informationen zur Geschichte des Ortes, der umgebenden Natur und auch zu kulturellen Themen wie Malerei, Schriftstellerei etc. Auskunft geben. Auch Wandern und Radfahren sind hier eine ideale Urlaubsbeschäftigung, ob durch den Küstenwald oder über den Deich, die gute Luft kommt überall hin.
Mit dem Achterwasser im Westen und der Ostsee im Osten hat man gleich zwei Möglichkeiten, sich sportlich auf dem Wasser zu betätigen. Sowohl Segeln als auch Surfen ist beidseitig möglich und auch Angler kommen auf ihre Kosten.
Anfang des 20. Jahrhunderts erhielt Zempin auch eine Seebrücke, die jedoch nach dem Krieg zerfallen ist.
Der Strand bietet in jede Richtung viel Platz für ausgedehnte Strandwanderungen. Wandert man in Richtung Osten, kommt man an der Seebrücke von Koserow vorbei und wo gleich dahinter die Steilküste des Streckelberges erreicht wird, eine der höchsten Erhebungen der Insel und der Brandungsmauer.
Auch in Zempin ist die Wasserqualität, die alle zwei Wochen im Sommer kontrolliert wird, hervorragend. Für Badenixen der ideale Ort, um ins Wasser der Ostsee einzutauchen.
Das Seebad Zempin ist umschlossen von Laub- und Kiefernwäldern. Diese schützen den Ort vor den rauhen Seewinden, die vorwiegend im Herbst und Winter über Usedom hinwegfegen. Der Wind formte die Bäume in Strandnähe, die die typische Form der Windflüchter aufweisen.
Rund um den Kurpavillon gibt es eine Ruhezone. Dort steht auch die „krumme Kiefer" - ein sehr markanter Baum, der in der Tat durch und durch krumm ist. Trotz aller Witterungen hat es dieser Baum dennoch zu einer stattlichen Größe geschafft und ist nun Zeuge seiner Umgebung und deren Geschichte. Ein weiterer prägnanter Baum steht am Angelhafen am Achterwasser. Es ist eine etwa 350 Jahre alte Eiche. Sie hat einen Umfang von 4,30 m an ihrer dicksten Stelle. In früheren Zeiten war die gesamte Umgebung von Zempin mit einem Eichenwald bedeckt, in den die Schweine zum Mästen getrieben wurden. Heute stehen nicht mehr ganz so viele Eichen hier.
Naturbeobachter kommen am Achterwasser voll auf ihre Kosten, denn hier kann man den rar gewordenen dämmerungs- und nachtaktiven Fischotter beobachten, sowie viele seltene Brutpaare von Wasservögeln. Auch Seeadler können hin und wieder hier beobachtet werden. Viele brachliegende Flächen bieten ein ideales Biotop für seltene Pionierpflanzen an, die eine ihr ganz eigene, angepasste Insektenfauna beherbergen. Ein Paradies für Naturliebhaber.
Bis zum Ende des zweiten Weltkrieges wurden noch sechs Fischräuchereien im Ort betrieben. Heute sind es nur noch zwei. Der Fisch wurde damals jedoch jeden Tag frisch mit der Eisenbahn nach Berlin geliefert und dort verkauft.
Auch in Zempin befindet sich ein Denkmal für Kriegsopfer, allerdings wird hier der Opfer des Ersten Weltkrieges gedacht. Am Parkplatz in der Waldstraße kann man parken und von dort ein kleines Stück in den Wald laufen, wo sich das Denkmal befindet. Am Friedhof des Ortes wurde 1995 ein Gedenkstein für alle Opfer des Zweiten Weltkrieges aufgestellt.
Zempin gehörte, wie Zinnowitz, Karlshagen und Peenemünde, im Zweiten Weltkrieg zum Speergebiet der HVA. Zwei Abschussrampen – die Feldstellung I und II – zeugen noch davon, wie die „V1" abgefeuert und getestet wurden. Informationstafeln an beiden Abschussrampen berichten über die Hintergründe.
Einer der bekanntesten Künstler der Insel Usedom, Kurt-Heinz Sieger, hatte sich in Zempin niedergelassen. In der Hexenheide hatte er sein Atelier und Wohnhaus, wo er Landschafts- und Aktgemälde in Öl malte und zeigte und sich in seinen letzten Schaffensjahren der Pastellmalerei widmte. 2002 verstarb der bekannte Künstler. Für mehr Informationen schauen Sie hier: http://www.ferienatelier.de
Auch der Maler und Dichter Hugo Scheele wohnte und malte zwischen 1921 bis 1960 in Zempin. Das Haus „Baltica" in der Waldstraße war sein Domizil. Scheele malte vorwiegend Motive der Natur Usedoms, der Fischerei und rohrgedeckte Häuser. Das Haus kann heute noch besichtigt werden.
Seit dem Jahr 2000 gibt es in Zempin keine Schule mehr. Statt dessen befindet sich in den alten Schulräumen ein Museum, in der Dauerausstellungen über die Fischerei in Zempin mit Bootsmodellen, sowie ein alter Kaufmannsladen mit originalen Ladenmöbeln und viele wechselnde Ausstellungen gezeigt werden. Die Ausstellung zur Fischerei wurde vom Heimatverein Zempin e.V. zusammengetragen und gestaltet. Die übrigen Räume der alten Schule werden als Vortragsräume und Vereinsräume genutzt. Geöffnet ist die Ausstellung vom 1. Mai bis 30. September jeden Mittwoch und Samstag von 15-18 Uhr.
Der Angel- und Sportbootverband am Ryck e.V. befindet sich am Achterwasser in der Verlängerung der Fischerstraße, wo auch der kleine Fischerhafen liegt. Dort befindet sich auch die Gedenkstätte des Malers Otto Niemeyer-Holstein, der ebenfalls auf Usedom gelebt hat.
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