Ückeritz

Das „Bernsteinbad" Ückeritz liegt zwischen Loddin-Kölpinsee und Bansin und damit in der Mitte der Usedomer Ostseeküste. Auf der Westseite liegt das Achterwasser, im Osten die Ostsee. Etwa 1000 Einwohner zählt das kleine Seebad heute.

Die erste schriftliche Erwähnung des einst slawischen Dorfes fand Ückeritz im Jahr 1270 als „Ukerz", jedoch weisen archäologische Funde darauf hin, dass an Ort und Stelle schön früher eine Siedlung bestanden hat. 1290 wurde Ückeritz ein Klosterdorf. Im 30jährigen Krieg wurden die Einwohner von Ückeritz stark durch Pest, Flucht und Hungersnot dezimiert und auch die Jahrhunderte danach waren für die Einwohner des Dorfes wie der gesamten Insel kein Zuckerschlecken. Abgaben ohne Ende an Kloster, Kirche und später an den preußischen Staat ließen die Bewohner mürbe und missmutig werden, so dass sie 1848 auf dem Glaubensberg bei Pudagla den Domänenpächter Schmidt unterstützten als diese die Missstände im Land aufzählte. 2000 Menschen unterschieben hier eine Petition für die Abschaffung drückender Lasten. Es folgte eine schwierige Zeit, dennoch wuchs die Einwohnerzahl stetig.

Seit 1740 gibt es in Ückeritz eine Schule – die erste der gesamten Insel. Etwa hundert Jahre später lehrte dann der erste von der Landesregierung berufene Lehrer dort. 1929 wurde dann die neue Schule gebaut, die auch heute noch als solche benutzt wird.

Ückeritz ist wie die meisten Dörfer an der Ostküste Usedoms eng mit der Fischerei verbunden. Wie auch in Koserow wurden hier in Strandnähe Salzhütten gebaut, in denen unter staatlicher Aufsicht die in der Ostsee gefangenen Heringe eingesalzt und verpackt wurden. 1948 gründeten die Ückeritzer Fischer die Fischereiproduktions-Genossenschaft „Gold des Meeres", die vom DDR-Staat subventioniert wurde und für ein konstantes und gutes Einkommen der Fischer sorgte.

1892 entwickelte sich das Badewesen in Ückeritz. Jedoch lief der Badebetrieb nur sehr schleppend an. Zu Beginn gab es lediglich drei Badegäste. Es fehlten anfangs die Unterkünfte für die Badegäste, die erst um die Jahrhundertwende langsam errichtet wurden. Kaum waren die Unterkünfte da, stiegen die Urlauberzahlen schlagartig an. Innerhalb von 10 Jahren stieg die Anzahl der Badegäste von etwa 500 auf 1600. In den 1920er Jahren erfuhr Ückeritz einen weiteren Aufschwung als der Ort weiter ausgedehnt wurde und noch mehr Villen und Pensionen gebaut wurden.

Seit 1911 ist Ückeritz an die Bahnlinie Heringsdorf-Wolgast angeschlossen, was die Besucherzahlen nochmals steigen lässt.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde hier einer der größten Campingplätze Mitteleuropas gebaut, der ca. 18.000 Campern Platz bietet.

Eine Reha-Klinik („Ostseeblick") bietet dem Rekonvaleszierenden einen idealen Ort, um sich zu erholen. Die Klinik befindet sich unmittelbar an der Steilküste.

Die Künstlerkolonie Usedom hat ihren Hauptsitz in Ückeritz. Angeregt wurde dieser kulturelle Anziehungspunkt von den Künstlern Otto Manigk und Herbert Wegehaupt. Die Ruhe und Naturnähe zog viele weitere Künstler nach Usedom und hier besonders nach Ückeritz, unter anderem Karen Schacht, Manfred Kandt und Eva Kopetz.

Das Seebad ist umgeben von Misch- und Buchenwald (waldreichstes Seebad der Insel) und ausgedehnten Wiesenflächen und am Achterwasser sorgt eine schilfbestandene Uferzone für ein ideales Biotop für Wasservögel und zahlreiche Insekten. Auch der Wockninsee ist Heimat seltener Tier- und Pflanzenarten. Ein Wanderlehrpfad rund um den kleinen See herum erfährt mal viel Wissenswertes über dieses Naturschutzgebiet. Ein naturnaher Ruhepol, der zum Verweilen einläd.

Der feine Sandstrand hat eine Länge von 7 km mit einer abwechslungsreichen Steil- und Flachküste.

Der Gesteinsgarten von Ückeritz bei Neu Pudagla ist einen Besuch wert. Das Forstamt Neu Pudagla hat diesen Garten ins Leben gerufen und mit vielen Findlingen ausgestattet. Besucher können sich über deren Entstehung und Zusammenkunft sowie ihre Herkunft informieren.

Ückeritz zählt zu den ruhigeren Seebädern und Orten auf Usedom fernab des Haupt-Tourismus. Allerdings zieht es im Herbst viele Pilzsucher in die ausgedehnten Waldflächen um Ückeritz herum.

Die Naturpromenade entlang der Steilküste von Ückeritz läd den Naturliebhaber zum flanieren ein. Hier wird jedoch nicht der Mensch beobachtet, sondern die Natur. Von hier aus kann man weit auf die Ostsee hinausblicken und in die andere Richtung den Sonnenuntergang über dem Achterwasser genießen.

Noch mehr eindrucksvolle Natur bieten die tausendjährigen Eichen am Bahnübergang Stagnieß. Diese stattlichen Bäume haben die jahrhunderte überdauert und erzählen viele Geschichten.