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Swinemünde
Die Stadt Swinemünde (?winouj?cie) ist die älteste und Ortschaft der Insel Usedom. Sie liegt im Südosten auf der polnischen Seite der zweigeteilten Insel und hat inzwischen knapp 41.000 Einwohner. Der Hafen der Stadt war und ist über Jahrhunderte hinweg eine wichtige Verbindung zu internationalen Handelszentren wie Stettin, Berlin, Dänemark, Schweden und die gesamte Ostseeküste bis Danzig.
Die Geschichte von Swinemünde beginnt nachweislich im 12. Jahrhundert. Zu dieser Zeit befand sich an der Stelle der heutigen Stadt eine Schutzburg. 1230 wurde eine Fährverbindung über die Swine errichtet. Ende des 13. Jahrhunderts gab es wohl schon einen Hafen im Ort, an dem eine herzogliche Zoll- und Lotsenstation gebaut werden sollte. Mitte des 15. Jahrhunderts wurde die Burg zerstört. Im 30jährigen Krieg fiel die Stadt an Schweden, um Anfang des 18. Jahrhundert nach dem Nordische Krieg wieder an Preußen zu fallen. 1740 wurde unter Friedrich dem Großen Swinemünde zu einem offiziellen See- und Handelshafen ausgebaut. Durch die folgende Ansiedlung von Händlern, Handwerkern und Gastwirten wuchs die Stadt innerhalb kürzester Zeit stark an und erhielt 1765 Stadtrecht. Ende des 18. Jahrhunderts erhielt die Stadt eine Schule und eine Kirche. 1818 wurde mit dem Bau von Molen begonnen, um die Zufahrt zur Ostsee offen zu halten. 1859 wurde der Leuchtturm gebaut, eines der Wahrzeichen der Stadt, der noch heute erhalten ist. Ab dieses Jahrzehnts gab es dann auch Dampfschiffverbindungen nach Ostpreußen und Dänemark.
In den Jahren 1845 bis 1858 wurde das Fort Engelsburg erbaut. Eine militärisch genutzte Festung am linken Swineufer, die zum Schutz der Stadt und des Hinterlandes angelegt wurde. Auf drei Etagen verteilen sich 24 Schießscharten für Kanonengeschütze. Ein weiteres Fort (Fort Gerhard oder Ostbatterie) wurde ebenfalls im 19. Jahrhundert gebaut und befindet sich in der Nähe des Leuchtturms am rechten Swineufer. Lange Zeit wurde dieses Gebäude nicht genutzt oder gepflegt. Im Jahr 2001 wurde es von einem „Fan" gepachtet und soll restauriert und für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Schon heute bietet der „Kommandant" der Festung Führungen für Kinder an und erzählt dabei ausgeschmückte Geschichten.
Der Badebetrieb wurde im Jahr 1824 eröffnet. Dies führte zu einem weiteren Aufschwung der Stadt. Es kamen hauptsächlich Badegäste aus Berlin, um sich im Solebad und Meer zu erholen. Anfang des 20. Jahrhunderts war Swinemünde das drittgrößte Seebad der Ostsee.
Im März 1945 führte die US-Luftflotte einen verheerenden Angriff auf die Stadt aus. Dabei wurde der Großteil der Stadt zerstört und unzählige Menschen getötet. Die Opfer dieses Angriffs liegen in den Massengräbern im nahegelegenen Golm begraben. Im Mai 1945 wurde Swinemünde von der sowjetischen Armee besetzt und später im Jahr dann eine polnische Verwaltung eingesetzt. Deutsche Einwohner konnten sich entscheiden, die polnische Staatsbürgerschaft anzunehmen oder auszuwandern. Letztlich wurden sie jedoch von zuziehenden polnischen Einwohnern vertrieben. In den folgenden Nachkriegsjahren wurde die Stadt wieder aufgebaut und ein Hochseehafen hinzugefügt. Heute profitiert die Stadt stark von der Nähe zur deutschen Seite der Urlaubsinsel Usedom, denn zu jeder Hauptsaison kommen scharenweise deutsche Urlauber in das Seebad und die Stadt Swinemünde, vorwiegend um günstig einzukaufen, aber natürlich auch, um sich den geschichtsträchtigen Ort anzuschauen.
Am besten erreicht man Swinemünde per Schiff, aber aus Richtung Ahlbeck kann man auch per Pedes oder Fahrrad die Grenze und die Stadt erreichen. Zu Swinemünde gehört auch die Insel Wolin, auf der das älteste Seebad Usedoms liegt – Mi?dzyzdroje. Dieses ist auch am besten per Schiff zu erreichen, z.B. von einem der Seebäder Usedoms aus wie Ahlbeck, Heringsdorf oder Bansin.
Das alte Rathaus aus dem 19. Jahrhundert ist noch gut erhalten und beherbergt heute ein Museum für Hochseefischerei, in welchem man Fangzubehör, Navigationsinstrumente, präparierte Fische und andere Seetiere besichtigen kann. Außerdem gibt es hier eine Ausstellung über die Geschichte der Stadt und der Region.
Auch die Christus-Kirche (heute Christ-König-Kirche) ist sehenswert. Sie wurde jedoch 1881 vollständig in neugotischem Stil umgebaut und erweitert.
Der Leuchtturm auf der Insel Wollin, gebaut Mitte des 19. Jahrhunderts, ragt 68 Meter in die Höhe und ist damit der höchste Leuchtturm der Ostsee und Wahrzeichen der Stadt. Eine Fresnel-Linse sendet sein Licht 24 Seemeilen in die Ostsee hinaus. In seiner Anfangszeit wurde das Leuchtfeuer durch 4 konzentrische Dochte erzeugt, die mit Rapsöl gespeist wurden. In den 1920er Jahren wurden die Dochte jedoch gegen elektrische Lampen ausgetauscht. Heute wird das Licht von einer Lampe mit 4200 Watt erzeugt. Der Turm hat in den ersten 50 Jahren stark gelitten, da wenig Instanthaltungsarbeiten durchgeführt wurden. Daher musste der Turm Anfang des 20. Jahrhunderts restauriert werden und erhielt dabei einen neuen Mantel aus Klinkern. Der ursprünglich achteckige Turm war nach dieser Behandlung rund. Während der beiden Weltkriege war am Leuchtturm ein Sprengsatz montiert, der gezündet werden sollte, wenn ein Angriff vom Meer her käme, damit der Leuchtturm mit seinen Trümmern den Swinestrom für die Schifffahrt unzugänglich machte. Glücklicherweise kam es nie zu einer Sprengung, allerdings wurde der Turm 1945 bei einem Bombenangriff beschädigt. Notdürftig repariert wurde er in den 1960er Jahren erneut beschädigt, als in dessen Nähe eine Verladestation für Chemikalien errichtet wurde. Zwischen 1997 und 2000 wurde der Leuchtturm zum letzten Male vollständig restauriert.
Die Strandpromenade bietet wie in den anderen Seebädern auch eine Reihe von sehenswerten Häusern und Villen im Stil der Bäderarchitektur, die jedoch meist nicht ganz so gut instant gehalten sind, wie in den anderen Seebädern. Es fehlt an finanziellen Mitteln. Zwischen Strand und Promenade befindet sich ein kleiner Waldabschnitt. Dadurch, dass an den Strand von Swinemünde der Sand angespült wird, der von den Stränden der anderen Seebäder Usedoms mitgenommen wird, wird der Strand und die Landfläche von Swinemünde immer breiter. So kann es hier und da vorkommen, dass man von der Strandpromenade bis zum Strand 200 m laufen muss.
Der Strand ist, wie oben schon erwähnt, in Swinemünde breiter als in den anderen Usedomer Seebädern und mehrere Kilometer lang. Wenn man möchte, kann man von Ahlbeck aus bis nach Swinemünde am Strand entlang wandern – die Grenze stellt kein Hindernis dar. Jedoch gibt es am Strand bisher eher weniger Strandkörbe. Wer es windgeschütz mag, nimmt sich eine Strandmuschel mit. Nicht ganz so luxuriös vielleicht, aber für Familien mit Kindern sicherlich kein Problem. Wer es lieber ganz ruhig hat, sollte mit der Fähre zur Insel Wollin übersetzen. Hier findet man Sandstrände, die im Vergleich zu den Hauptstränden, regelrecht einsam sind.
Um die Jahrhundertwende (1900) hat man in der Nähe von Swinemünde eine Heilwasserquelle und Moorvorkommen entdeckt. Aus diesem Anlass wurde hier eine Naturheilanstalt gebaut, die noch heute in Betrieb ist und viele Kurgäste anlockt.
Der Hafen am Nordufer des Oderhaffs ist sehr bedeutsam für den Schiffsverkehr nach Schweden und Dänemark. Hier legen hauptsächlich Fähren und Ausflugsdampfer an, aber auch der Fischereihafen mit seinen Fischverarbeitungshallen und der Handelshafen gewinnen immer mehr an Bedeutung.
Eine weitere Attraktion ist der „Polenmarkt" oder auch „Grenzmarkt". Der Markt befindet sich unmittelbar an der Grenze und trägt nicht unwesentlich zur Wirtschaft von Swinemünde bei. Vor allem deutsche Urlauber strömen jedes Jahr in Scharen über diesen Markt, um hier günstig an dichtgedrängten Marktständen und kleinen Läden einzukaufen, was das Herz begehrt.
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