Koserow

Das Seebad Koserow befindet sich zwischen Lütten und Kölpinsee, direkt an der höchsten Dünenerhebung der Insel Usedom – dem Streckelsberg – und an der schmalsten Stelle der Insel. Zusammen mit den Seebädern Zempin, Ückeritz und Loddin trägt Koserow den Beinamen „Bernsteinbad". Der Ort hat ca. 1.700 Einwohner, die zum Großteil von Fischfang und dem Tourismus leben.

Über Jahrhunderte hinweg hielt sich die Legende, dass Koserow in direktem Zusammenhang mit der Vineta-Sage steht, obwohl bewiesen wurde, da die Steine von Koserow zum Molenbau in Swinemünde zwischen 1818 und 1824 geborgen worden waren, dass keine Überreste einer Stadt vorhanden waren. Erst als in der Stadt Wollin Ausgrabungen alte Überreste einer steinzeitlichen Siedlung zu Tage gebracht haben, geriet die Legende um den Ort von Vineta in Koserow ins Schwanken. Nach einer weiteren Legende soll der Seeräuber Klaus Störtebecker in den Höhlen des Streckelsberges eines seiner Verstecke gehabt haben.

1347 wurde Koserow das erste Mal urkundlich erwähnt und ist damit eine der ältesten Siedlungen auf Usedom. Eine besondere Stellung nahm der kleine Ort durch seine Kirche ein, die die einzige in der näheren Umgebung war und damit zum Anziehungspunkt der Gemeinde wurde.

Koserow hat eine Seebrücke, die 261 Meter in die Ostsee hineinragt. Sie dient als Landungssteg für Ausflugsschiffe.

Die Kirche von Koserow ist die älteste an der Küste Usedoms. Gebaut wurde der Feldsteinbau in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts. Im Laufe der Jahrhunderte wurde die Kirche immer wieder umgebaut. Der Pfarrer Wilhelm Meinhold durchforstete Mitte des 19. Jahrhunderts die Kirchenbücher und verfasste den Roman „Die Bernsteinhexe", der wohl auf wahren Begebenheiten beruht.

Der Streckelsberg bietet mit seinen 60 m Höhe einen idealen Aussichtspunkt mit Blick auf die Ostsee. Bei gutem Wetter kann man nach Westen hin das Hügelland von Mönchgut auf der Insel Rügen sehen und die Kreidefelsen von Stubbenkammer. Nach Nordwesten fällt der Blick auf die Insel Oie und ihrem Leuchtturm, dessen Leuchtfeuer in den Abendstunden gut sichtbar ist. Nach Südosten hin kann man die Steilufer der Nachbarinsel Wollin auf der polnischen Seite Usedoms sehen.

Durch die Lage des Ortes so dicht zwischen Achterwasser und Ostsee war Koserow im Laufe der Jahrhunderte immer wieder von der Macht des Wassers bedroht und erlebte 1872 eine der schlimmsten Überschwemmungen in seiner Geschichte. Die alles vernichtende Sturmflut zerstörte das Nachbardorf Damerow mit seinem Vorwerk vollständig und Koserow teilweise. Die meisten Bewohner des Dorfes kamen jedoch mit dem Leben davon. Zwei Jahre später sorgte eine weitere Sturmflut dafür, dass die Bewohner Damerow verlassen mussten, denn nach dem Rückgang der Flut war das gesamte Gebiet um das Dorf herum mit über einem halben Meter Seesand bedeckt. Die Bewohner fanden in Koserow eine neue Heimat. Heute befindet sich an dieser schmalsten Stelle „Lüttenort". Der bekannte Maler Otto Niemeyer Holstein hatte dort sein Atelier.

Die Salzhütten von Koserow sind einen Besuch wert. 1820 wurden diese auf königlichen Befehl hin errichtet, um die Strandfischerei an der Usedomer Küste zu fördern. Zu Beginn dienten sie als Verschlusslager für steuerfreies Steinsalz. Zur Heringsfangzeit salzte und verpackte man jedoch hier die in der Ostsee gefangenen Heringe. Natürlich alles unter staatlicher Aufsicht. Auch heute werden die Hütten noch teilweise von den Fischern vor Ort genutzt.