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Karlshagen
Im Norden der Insel, zwischen Peenemünde und Trassenheide, befindet sich das Seebad Karlshagen. Ehemals im Jahre 1829 als Fischerkolonie und jüngstes Dorf auf Usedom gegründet, entwickelte es sich im Laufe der Jahre zu einem der 10 Ostseebäder der Insel Usedom. Mitte des 19. Jahrhunderts hatte der Ort gerade mal 300 Einwohner, inzwischen sind es knapp über 3000. Damit gehört Karlshagen heute zu den größeren Ortschaften auf Usedom. Seinen Namen erhielt der Ort zur Ehrung des Stettiner Oberregierungsrates Carl Ferdinand von Triest.
Im Jahr 1885 wurde in Karlshagen eine Seebrücke erbaut, angeregt von dem Berliner Architekten Hugo Elsner. Dieser baute den „Urtyp" der Seebrücken im heutigen Hafen von Karlshagen – einen einfachen beplankten Holzsteg, der ins Meer hineinragte und als Anlegestelle für Schiffe diente. 1936 wurde dieser Steg jedoch umgebaut zu einem Militärhafen. Seit Ende des Zweiten Weltkrieges dient der Karlshagener Hafen ausschließlich als Yacht- und Sportboothafen.
In den 1930er Jahren wurde in Karlshagen eine Wohnsiedlung errichtet, die den Wissenschaftlern der HVA in Peenemünde als Wohnort dienen sollte. 1944 wurde ein großer Teil von Karlshagen und diese Siedlung zerstört, einige Häuser und Straßenzüge von damals sind jedoch noch erhalten geblieben.
Erst nach dem Kriegsende wurde der Badebetrieb und Tourismus wieder aufgenommen. Vor allem durch die vielen Betriebs- und Kinderferienlager kam der Tourismus nach dem Krieg wieder in Schwung.
In Besinnung auf die Kriegszeit wurde 1971 eine Mahn- und Gedenkstätte für Kriegsgefangene und Zwangarbeiter, die in Peenemünde die V1- und V2-Rakten gebaut haben, am Ortsausgang in Richtung Trassenheide errichtet.
Die landwirtschaftlichen Begebenheiten rund um Karlshagen waren Anlass für den Bau eines Naturschutzzentrums im Jahr 1993 an der Strandpromenade, wo zahlreiche Informationen für den interessierten Besucher zusammengestellt sind. Knapp 30 Singvogelpräparate – eine Leihgabe des NABU - bieten Anschauungsmaterial hautnah.
Seit 1997 ist Karlshagen ein staatlich anerkannter Erholungsort, seit 2001 darf sich Karlshagen offiziell „Osteebad" nennen.
Seit der Jahrtausendwende findet in Karlshagen das größte Beachvolleyball-Turnier der Welt statt. Der „Usedom-Beachcup" sorgt mit seinen jährlich steigenden Besucherzahlen für den wirtschaftlichen Aufschwung der gesamten Insel. Das Turnier ist inzwischen sogar im Guinnesbuch der Rekorde angekommen und weltweit bekannt.
Dennoch ist Karlshagen nicht überlaufen, da es ein Stück weit entfernt von den Tourismus-Hochburgen der drei „Kaiserbäder" liegt. Familien sind hier besonders willkommen. Der kilometerlange Sandstrand bietet genügend Platz für Sandburgen und Strandspiele. Die Wasserqualität ist hier eine der besten in der ganzen Welt, so können Eltern sorgenfrei ihre Kinder in der Ostsee baden lassen. Auch FKK-Fans haben hier, wie an fast jedem Strand auf Usedom, ihren eigenen Teilbereich für sich. Ebenso willkommen sind auch Hunde an speziell dafür ausgewiesenen Strandabschnitten. So kommt sich keiner in die Quere und alle können ihre ganz eigene Erholung finden. Strandkörbe können in der Hauptsaison zwischen 8 und 18 Uhr gemietet werden.
Der Veranstaltungskalender von Karlshagen bietet jedes Jahr aufs Neue interessante Programmpunkte, von geführten Wanderungen durch die teilweise unberührte Natur mit Vogelstimmen- und Küstenwanderungen bis zu Walkingkursen und kulturellen Angeboten.
Kultureller Mittelpunkt Karlshagens ist der Strandvorplatz, wo eine liegende Strandschönheit zum Markenzeichen des Osteebades geworden ist. Am Hauptstrandzugang befindet sich die neu erbaute Konzertmuschel, wo in der Hochsaison ein vielfältiges Angebot an musikalischen und theatralischen Darbietungen geboten wird.
In der Nähe von Karlshagen gibt es die Reiterhöfe Bannemin und Friesenhof (siehe Trassenheide), die Wanderritte durch die Umgebung von Karlshagen anbieten. Auf dem Pferderücken erfährt man die Umgebung noch mal auf ganz andere Weise und kann auch Stellen erreichen, die selbst für das Fahrrad unzugänglich sind.
Die Sportbootschule in Karlshagen bietet Surfkurse an und andere Wassersportarten wie Wasserski und Banana-Riding. Auch Boote können hier gemietet werden für kleinere Ausflüge in die Ostsee. Wer seinen Segelschein machen möchte, ist hier auch an der richtigen Adresse.
Das „Dünencamp Karlshagen" ein 5-Sterne-Campingsplatz, der mehrfach ausgezeichnet wurde als „vorbildlicher Campingplatz", auch vom ADAC. Er ist ganzjährig geöffnet und bietet vor allem dem anspruchsvollen Camper einen schönen Aufenthalt.
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