Bansin

Das Seebad Bansin gehört zu den drei „Kaiserbädern" und befindet sich um südlichen Teil der Ostseeküste Usedoms. Den Beinamen „Kaiserbad" bekam das Bad, weil Mitglieder der ehemals deutschen kaiserlichen Familie zu den Gästen in Bansin zählten. Der Name zeugt von Exklusivität und Luxus ganz im Sinne monarchischer Tradition.

So befindet sich Bansin im Zentrum des touristischen Usedoms, dennoch ist es dabei das jüngste der „Kaiserbäder", denn erst 1896 wurde mit dem Badebetrieb begonnen. Eine erstmalige urkundliche Erwähnung fand Bansin („Banzino") jedoch schon 1256 als Bauern- und Fischerdorf. Hierbei sei noch erwähnt, dass es sich dabei um das heutige „Dorf Bansin" handelt, das knapp 2 km Kilometer landeinwärts in Richtung Neu Sallenthin am Gothensee liegt. Der Bau der Häuser am Strand und das heutige Zentrum von Bansin wurden erst im Zuge des Badebetriebes errichtet. Im Jahre 1901 erhielt das Seebad Bansin kommunale Eigenständigkeit. Zwistigkeiten zwischen dem Ursprungsdorf und dem Seebad führten hierzu. Seit 2005 gehört das Seebad Bansin offiziell zur Großgemeinde Heringsdorf zusammen mit den anderen „Kaiserbädern" Heringsdorf und Ahlbeck.

Noch 1858 war der Ort sehr klein, mit lediglich 6 Bauern, 17 Büdnern und einer Schule und beherbergte gerade mal 195 Einwohner. Ende 1896 standen dann 10 Hotels und Pensionen für den Badetourismus zur Verfügung. Offiziell als Seebad eröffnet wurde der Ort dann 1897 mit 308 Badegästen. Die nächsten Jahre wurde das Hotelangebot noch weiter ausgebaut und die Zahl der Badegäste stieg stetig an. Nicht zuletzt auch mit der Anbindung ans Eisenbahnnetz im Jahr 1911. In weniger als 3 Stunden konnte man von Berlin aus am Strand von Basin liegen – die Hauptbesucher Bansin waren daher vorwiegend Berliner.

Der Ort hat heute knapp 2500 Einwohner, die vorwiegend vom Tourismus leben – wie alle Seebäder auf der Insel Usedom.

Die Errichtung der berühmten Villen im Stil der Bäderarchitektur machen damit den Luxus und die Eleganz von damals noch heute präsent. Sehenswert sind besonders die „Villa Imperator" und die „Pension Belvedere" in der Bansiner Bergstraße, aber auch die anderen Häuser in dieser Straße versprühen den Charme der aufkeimenden Bäderzeit. Auch das Hotel „Zur Post" - ehemals „Villa Proll" - sollte man sich anschauen, wenn man ein Fan der Bäderarchitektur ist. Nach ihrem Bau jedoch wurden die prächtigen Villen ihrem Schicksal überlassen und das rauhe Klima am Meer verwitterte die anfälligen Holzkonstruktionen. Erst nach der Wende Anfang der 1990er Jahre wurde mit der Restauration der Villen begonnen.

Bansin war übrigens Mitte der 1920er Jahre das erste deutsche Seebad, dass die Erlaubnis für das Freibaden erhielt – dies bedeutete kein Mieten von Badewagen in teuren Badeanstalten mehr. Man durfte im Badeanzug über den gesamten Strand wandern und es sich in den Strandkörben bequem machen. Eine neue Freiheit für das so prüde damalige Deutschland.

Zehn Jahre später wurde ein Konzertpavillon errichtet und die berühmte Uhr auf Backsteinsockel. Die Strandpromenade wurde in dieser Zeit fertig gestellt und zog sich von Bansin über Heringsdorf und Ahlbeck bis nach Swinemünde – damit war sie damals die längste Strandpromenade Europas. Eine „moderne" Besonderheit war damals die Tatsache, dass die Strandpromenade über einen freien Meeresblick verfügte. Nichts verhinderte mehr die schöne Aussicht auf das Meer.

Seine Kirche erhielt Bansin erst 1939, die damit die zweijüngste Kirche auf Usedom ist. Und das, wo es zur damaligen Zeit großen Wert darauf legte, nur christliche Badeurlauber hereinzulassen und damit als antisemitisches Seebad bekannt war. Die Kirche wurde im Bansiner Wald errichtet auf dem Gebiet vom Dorf Bansin erbaut. Sie wurde nach dem Vorbild der Swinemünder Kreuzkirche gebaut, die heute jedoch nicht mehr existiert.

Nach Ende des Zweiten Weltkrieges wurde Bansin offizieller Erholungsort für Mitarbeiter des Ministeriums für Staatssicherheit der DDR. Das Ministerium ließ extra Ferienwohnheime für seine Mitarbeiter bauen.

1968 wurde das Tropenhaus mit seinen exotischen Pflanzen und Tieren eröffnet. Es war zwischenzeitlich jedoch lange Zeit geschlossen, bis es im Jahre 1995 in neuem Glanz in der Goethestraße wiedereröffnet wurde. Mit 150 Tieren von 50 verschiedenen Arten aus der gesamten Welt bietet der kleine Zoo viele interessante Informationen und eine gute Alternative für regnerische Tage. Ein Streichelzoo beschäftigt auch die Kleinsten. Geöffnet ist das Tropenhaus von April bis Oktober zwischen 10 und 18 Uhr und von November bis März zwischen 10 und 16 Uhr.

Das Seebad Bansin hat, wie Heringsdorf und Ahlbeck, ebenfalls eine Seebrücke, die jedoch erst 1994 gebaut und eingeweiht wurde. Diese ist jedoch nicht mit Gebäuden bebaut, sondern nur als einfacher Flaniersteg konstruiert. Sie ragt 285 m ins Meer hinein. Von hier aus können kleine Schiffsausflüge unternommen werden.

Sehenswert für Kulturfreunde ist das Richterhaus – hier lebte der Schriftsteller Hans-Werner Richter. Er wurde hauptsächlich durch die Initiation und seine Aktivitäten der „Gruppe 47" weltweit berühmt.

Die Werner-Gedächtnisstätte in der Seestraße dokumentiert das Leben und die Werke das Malers Rolf Werner, der über 30 Jahre im Seebad Bansin gelebt und gewirkt hat. Typische Motive waren Landschafts-, Zirkus- und Rummelplatzbilder sowie Pferdemärkte, die in naiver Malweise auf Leinwand gebracht wurden.

Im „Haus des Gastes" kann man sich über aktuelle kulturelle Veranstaltungen informieren. Es ist quasi das Tourismus-Center von Bansin. Außerdem finden hier regelmäßig Vorträge und Ausstellungen zu verschiedenen Themen statt.