Das Achterland

Das Achterland ist das Hinterland der „3 Kaiserbäder" und füllt den Bereich zwischen Achterwasser und Stettiner Haff. Hier findet man Ruhe pur, kleine Seen und Hügel, Mühlen und Schlösser, Störche auf dem Dach und Dörfer, in denen morgens noch der Hahn kräht. Natur und Erholung wird hier groß geschrieben. Dieser Teil Usedoms bietet sich für ausgedehnte Radtouren durch die Natur an und um Land und Leute besser kennen zu lernen.

In Pudagla können Sie erleben, wie eine alte Bockwindmühle aus dem Jahr 1779 funktioniert, sie wird während der Erntezeit sogar noch heute voll betrieben. Der Ort hat auch ein „Schloss". Das ehemalige Klostergebäude wurde ab 1574 in mehreren Etappen zu einem Schloss umgebaut. Vom ehemaligen Kloster sieht man heute leider nur noch sehr wenig und kann nur erahnen, wie groß die Anlage im Mittelalter einmal gewesen ist. Am Achterwasser kann man den Teufelsstein sehen. Der Sage nach soll ein Riese versucht haben, den 22 Kubikmeter großen Findling auf das Kloster Pudagla zu werfen. Er fiel ihm jedoch aus der Hand und liegt noch heute an dieser Stelle.

Auch in Benz befindet sich eine Mühle: die Holländerwindmühle. Die Mühle kann ebenfalls besichtigt werden und war bis vor kurzer Zeit sogar noch in Betrieb. Der Maler Otto Niemeyer-Holstein sorgte dafür, dass die Mühle erhalten blieb. Er nutzte sie als Atelier für Nachwuchskünstler.

Im Wasserschloss Mellenthin, das 1575 erbaut worden und von einem Eichenwald umgeben ist, gibt es die besten Waffeln der ganzen Insel. Aber auch die anderen kulinarischen Angebote des Schloss-Restaurants laden zum Verweilen ein. Ein kleiner Spaziergang im Garten mit einer Kräuterspirale, deren Kräuter in der Schlossküche Verwendung finden, und ein Rundweg um den Schlossgraben herum lassen die Schlemmereien wieder von der Hüfte verschwinden.

Schöne Aussicht hat man vom Aussichtsturm des Sieben-Seen-Berg in Gothen, von wo aus man den größten See Usedoms überblicken kann (Gothensee). Ein perfekter Ansitz für Ornithologen, die Wasservögel bei ihrem Balz- und Brutgeschäft beobachten wollen. Der 2m tiefe See steht unter Naturschutz und darf nicht mit Booten befahren werden.

Von Benz und Reetzow aus kann man nach einem kurzen Spaziergang auf dem Kükelsberg die Aussicht auf das Naturschutzgebiet Thurbruch genießen.

In Neupudagla befindet sich das Usedomer Steinmuseum. Auf dem Gelände des Forstamtes kann man verschieden Steine besichtigen, die als Findlinge aus der letzten Eiszeit von der ganzen Insel zusammengetragen wurden und nun dort ausgestellt sind. Der größte Stein hat ein Gewicht von 8,5 Tonnen. Ein Waldkabinett, eine Fledermausburg, eine Streuobstwiese und ein Insektenhotel können ebenfalls besichtigt werden. Neupudagla bietet zudem einen Kletterwald mit über 100 Kletterelementen, der ebenfalls ist der Nähe des Forstamtes steht.

Ein Besuch des Lieper Winkels, im wahrsten Sinne ein Winkel, der an das Achterwasser anschließt und nur über eine einzige Straße zu erreichen ist, lohnt sich für Abenteurer, die fernab des Tourismus-Trubels ein wenig Erholung suchen. Natur pur, Landleben und nur wenige verschlafene Dörfer prägen diesen kleinen Winkel von Usedom. In Morgenitz findet alljährlich im Juni ein Töpfermarkt statt, der auch über Usedom hinaus bekannt ist. Auf dem dortigen Friedhof kann man sich auch eine Reihe Reibsteine und Trogmühlen anschauen, die Zeugen jahrtausendlanger Besiedlung sind. Liepe ist der Namensgeber des Lieper Winkels und bedeutet Lindenort. Noch heute sind hier viele Linden zu finden. Die Kirche des Ortes ist die älteste der Insel. Erstmals wurde sie 1216 urkundlich erwähnt. Ein kleiner Fischerhafen befindet sich in Warthe. Von dort aus kann man auf einem Deich entlang wandern und die Abgeschiedenheit und Stille genießen und vielleicht sogar einen Seeadler beim Fischen beobachten.

Bei Lütow auf der Halbinsel Gnitz befindet sich ein steinzeitliche Großsteingrab. Im 19. Jahrhundert wurden hier erste Untersuchungen durchgeführt. Das Grab war dann lange Zeit in Vergessenheit geraten, bis es in den 1930er Jahren zufällig beim Bau einer Straße wiederentdeckt wurde. Die Anlage kann besichtigt werden. Jedoch alle hier gefundenen Objekte befinden sich im Stettiner Museum und können dort besichtigt werden.

Die Hauptstadt der Insel – gleichnamig Usedom – liegt im Südwesten der Insel. Hier gibt es kulturell viel zu erleben. Zum Beispiel lohnt es sich, im Kunsthaus Usedom-Wollin (www.kunstkabinett.de) vorbeizuschauen. Hier kommen Kunstfreunde auf ihre Kosten. Der deutsch-amerikanische Maler Lyonel Feininger zählte Usedom zu seinen Lieblingsorten und verbrachte hier viel Zeit. Seine Bilder werden hier ganzjährig in einer Dauerausstellung dem Publikum vorgeführt. Aber auch Arbeiten anderer Künstler wie Armin Müller-Stahl, Horst Janssen, Janosch und viele andere mehr sind dauerhaft im Kunstkabinett zu sehen. In Usedom sollte man sich einen Besuch der neugotischen Marienkirche nicht entgehen lassen. Die Kirche findet ihre erste dokumentarische Erwähnung im Jahre 1337. Nach ihrer Zerstörung im Stadtbrand von 1475 wurde sie neu erbaut. Restaurationen wurden 1726 und 1893 durchgeführt. Gleich nebenan befindet sich das historische Rathaus und offizieller Sitz der Stadt Usedom. Geheiratet wird gerne im Anklamer Tor, das 1450 erbaut wurde und einen weiten Blick über die Stadtgrenzen hinaus bietet. Es ist das Wahrzeichen der Stadt und damit wohl eines der häufigst fotografierten Sehenswürdigkeiten der Stadt Usedom.

In Karnin, am südöstlichen Ufer der Insel, kann man die Überreste der Eisenbahn-Hubbrücke betrachten. Die Brücke - 1933 eröffnet und 1945 zerstört – war Bestandteil der früheren Eisenbahnlinie zwischen Ducherow und Swinemünde. Bis zur ihrer Zerstörung war diese Brücke die wichtigste Verbindung mit dem Festland, die den Peenestrom überquert. Zu ihrer Fertigstellung war die Brücke 360 m lang und 35 m hoch. Nun steht das Überbleibsel der Brücke als technisches Denkmal unverändert an Ort und Stelle im Peenestrom.

Nahe dem Dorf Kammincke, ganz im Südosten der Insel nahe der polnischen Grenze, befindet sich der Golm – mit 69 m ü. NN eine der höchsten Erhebungen der Insel. Im 19. Jahrhundert wurden auf dem Berg Reste eines bronzezeitlichen Burgwalls gefunden. Seit 1967 steht der Berg und seine unmittelbare Umgebung unter Naturschutz, da hier eine unvergleichliche Fauna und Flora anzutreffen ist. Unter anderem sind hier Seeadler, Wanderfalken, Wiedehopfe, Rauhfußkauze und Wespenbussarde als Brutvögel zu beobachten. Seit dem zweiten Weltkrieg und dem Angriff auf Swinemünde im Jahr 1945 ist der Golm ebenfalls eine bedeutende Kriegsgräberstätte. Man kann sich vor Ort anhand von Gedenktafeln und Informations-Kästen über die Geschehnisse von damals informieren.

In Stolpe auf Usedom lohnt ein Besuch im dortigen Schloss. Seit dem 13. Jahrhundert befindet sich dort ein Gut, auf dessen Grund im 17. Jahrhundert ein kleines Schloss errichtet wurde. Heute finden hier kulturelle Veranstaltungen statt. http://www.schloss-stolpe.de

Krummin war im 13. Jahrhundert Standort eines Nonnenklosters von Zisterzienserinnen. Im 16. Jahrhundert wurde das Kloster jedoch aufgehoben und der Universität Greifswald angegliedert, wobei die Güter des Klosters der Stadt Wolgast zufielen. Im 30jährigen Krieg wurden die Klostergebäude fast vollständig zerstört. Die Klosterkirche blieb jedoch weitgehend erhalten, jedoch stammen ihre ältesten Gebäudeteile aus dem 16. Jahrhundert, wo sie umgebaut wurde. Im 19. Jahrhundert wurde die Kirche nochmals umgebaut. Der dreijochige Saalbau mit kreuzförmigen Grundriss ist durchaus sehenswert.